Christina Bauer
Eine Bäuerin, die bäckt und bloggt.
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Samtig-blaue Früchtchen: Zwetschken

3. September 2020
Saisonales
Im Spätsommer und Herbst ist Zwetschkenzeit. Die Äste der Zwetschgenbäume biegen sich unter der Last der blauen Früchte, es darf fleißig gepflückt und eingesammelt werden. Der Duft von frisch eingekochter Powidlmarmelade lockt alle in die Küche.

Die Zwetschke – der Alleskönner

Zwetschken können zu unzähligen Köstlichkeiten verarbeitet werden. Von Marmelade und Kompott bis Knödel und Kuchen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Was darf bei dir in der Zwetschkensaison auf keinen Fall fehlen? Wir verputzen am allerliebsten Zwetschkenröster zum flaumigen Kaiserschmarren. Bei den Kleinen ist außerdem Zwetschkensaft oder Zwetschkenpunsch mit Schlagobers sehr beliebt. Die Großen freuen sich über einen richtig guten Zwetschkenschnaps.

Und das Beste:

Zwetschken wachsen in heißen Lagen ebenso gut, wie in kühlen Gebirgsregionen. Sie passen sich an feuchte und trockene Böden an. Nach 6-10 Jahren können die Früchte zum ersten Mal geerntet werden, bei den neuen Sorten sogar noch früher. Nur Spätfröste können der frühen Blüte etwas zu schaffen machen.

Habt ihr gewusst…

… dass die Zwetschke eine Unterart der Pflaume ist? Andere Pflaumenarten, die der Zwetschke ähneln, sind Marillen, Ringlotten/Renekloden und Kriecherln.

ZWETSCHKEN

Steckbrief

Zwetschke oder Zwetschge

Erntezeit:
Juli/August - Oktober
Wie wächst sie:
Entlang eines Baches, aber auch an trockenen Standorten.
Was ist gesund?
Zwetschken enthalten Vitamin A, B und E, Kalium, Kupfer, Eisen und Zink.
Aussehen:
Bläulich - violette Schale und gelbes Fruchtfleisch.
Wie schmeckt sie besonders gut?
Als Saft, als Schnaps, als Marmelade, als Knödel oder in einem Kuchen.

Tipps zum Ernten von Zwetschken

Je nach Sorte dauert die Ernte von Juli bis Oktober. Werden die Früchte noch nicht ganz reif gepflückt, können sie sogar ein paar Wochen lang gelagert werden. Richtig süß und aromatisch schmecken aber die reifen, tiefblauen Früchte – sie können einzeln aufgelegt nur einige Tage gelagert werden. Hier heißt es also: möglichst bald einkochen und haltbar machen! Den allerbesten Geschmack haben die Früchte, die schon vom Baum gefallen sind. Am besten sammelt man sie jeden Tag auf oder spannt ein Netz unter den Baum.

Wie ihr Zwetschken am besten haltbar macht

Zwetschken müssen zwar schnell verarbeitet werden – zum Glück gibt es dafür aber viele verschiedene Möglichkeiten: gedörrt passen Zwetschken das ganze Jahr in Müsli und Kekse und tun auch der Verdauung richtig gut.

Aber auch eingekocht liebe ich Zwetschken, besonders als Powidlmarmelade, die in vielen österreichischen Mehlspeisen als Füllung verwendet wird und ganz fantastisch in Germknödeln schmeckt. Für diese Marmelade braucht ihr ein weniger Zucker, dafür viel Zeit und richtig viele Früchte: Nach dem langen Köcheln verwandeln sie sich in eine wunderbar intensiv schmeckende, dunkle Fruchtmasse.

Bei uns daheim freuen sich außerdem alle auf die Zwetschkenknödel, die ich genau wie Marillenknödel mache – sie werden meistens ein bisschen kleiner, dafür können dann noch mehr im Bauch verschwinden. Richtig gern backe ich natürlich Zwetschenkuchen: Der ist ganz schnell und unkompliziert zubereitet und macht an einem stürmischen Herbsttag einfach glücklich.

Im Winter solltet ihr unbedingt Zwetschkenpunsch probieren – dazu einfach ein paar Früchte mit Gewürzen in heißem Wasser köcheln lassen und anschließend pürieren. Der schmeckt wunderbar mit oder ohne Rum.

 

Einfach einfrieren…

… wenn ihr euch vor reifen Früchten kaum retten könnt, viertelt und entkernt ihr die Früchte zuerst und steckt sie dann in Plastikbehälter oder Gefrierbeutel mit möglichst wenig Luft. Anschließend dürfen sie in die Gefriertruhe übersiedeln.

Zwetschke oder Pflaume

Viele halten Zwetschken für Pflaumen, nur mit einem anderen Namen. Dem ist aber nicht so, die Früchte sind nur miteinander verwandt. Während Pflaumen größer sind und eine gleichmäßig runde Form haben, sind Zwetschken eher kleiner und länglich-oval.