Christina Bauer
Eine Bäuerin, die bäckt und bloggt.
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Bunt und vielfältig: Kürbiszeit

18. September 2020
Saisonales
Wenn die Tage kürzer werden und die Nächte kälter, dann hält der Herbst schön langsam Einzug. Wie kaum ein anderes (Frucht-) Gemüse ist der Kürbis mit der buntesten aller Jahreszeiten verbunden. Auch seine Verwandte, die Zucchini, hat ihren fixen Platz auf unserem herbstlichen Speiseplan.

Welches Gemüse kann schon von sich behaupten, über 800 Sorten zu haben, eine (amerikanische) Feiertagstradition zu begründen und sogar Prinzessinnen herumzukutschieren? Nur wenige Nachbarn aus dem Gemüsebeet können dem Kürbis in Sachen Vielfalt das Wasser reichen. Und dabei handelt es sich beim Kürbis streng genommen nicht einmal um waschechtes Gemüse.

Obst oder Gemüse?

Kürbis sind Früchte der gleichnamigen Pflanzengattung und gehören damit eigentlich zum Obst. Weil Kürbisse aber Teile von einjährigen Pflanzen sind und nich – wie Obst üblich – an mehrjährigen Pflanzen wachsen, gehören sie auch zum Gemüse. Ganz schön verwirrend! Die Wissenschaft hat sich schlussendlich auf einen Kompromiss geeinigt: Da der Kürbis Merkmale beider Kategorien aufweist, gehört er zum sogenannten Fruchtgemüse. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem auch Tomaten, Melonen und Zucchini.

 

Märchenzeit

Kürbisse sind seit geraumer Zeit ein beliebtes Motiv in Geschichten. Als Kinder haben wir doch alle einmal davon geträumt, es der Fee „Cinderella“ gleichzutun und einen Kürbis in eine märchenhafte Kutsche zu verwandeln.

Weniger märchenhaft ist da schon die Geschichte von Jack O’Lantern, dem wir die leuchtenden Kürbisfratzen vor den Haustüren zu verdanken haben. Einer Legende zufolge lebte in Irland vor langer Zeit ein Draufgänger namens Jack, der sich mit dem Teufel einließ. Jack rang dem Teufel das Versprechen ab, seine Seele für immer in Frieden zu lassen. Als Jack dann starb, kam er also nicht in die Hölle. Im Himmel wurde er allerdings auch nicht aufgenommen. Daraufhin wurde Jack ins Niemandsland geschickt. Dort war es finster und kalt, weswegen ihm der Teufel ein glühendes Stück Kohle aus der Hölle schenkte. Dieses steckte Jack in einen ausgehöhlten Kürbis. Seither wandelt Jack im Niemandsland umher und lässt sich jedes Jahr am 31. Oktober wieder blicken.

 

Kürbis – so vielfältig!

Der Kürbis zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und stammt ursprünglich aus Südamerika. Inzwischen wird er fast überall angebaut. Weltweit gibt es rund 850 verschiedene Sorten, die sich in Form, Farbe, Geschmack und Oberflächenstruktur voneinander unterscheiden. Die Vielfalt der Kürbisse reich vom kleinen Zierkürbis mit 50 Gramm bis zum Schwergewicht von 400 Kilogramm.

Kürbis & Zucchini

Steckbrief

Kürbis

Hauptsaison:
September, Oktober
Wie wächst er:
Am besten in der Nähe eines nährstoffreichen Kompostes
Was ist gesund?
Der Kürbis ist ein gesunder Sattmacher er liefert viele Nährstoffe wie Beta-Karotin, Vitamin A, Magnesium, Kalzium und Kalium.
Aussehen:
In Größe, Form und Farbe sind die verschieden Kürbissorten sehr unterschiedlich. Sie bilden lange, stark rankende Triebe mit großen Blättern.
Wie schmeckt er besonders gut?
Als Suppe, im Kuchen, als Ofengemüse

Zucchini

Hauptsaison:
Juni - September
Wie wächst sie:
Gerne in nährstoffreichen, sonnigen Gärten, im Hochbeet oder direkt am Kompost
Was ist gesund?
Zucchinis haben einen hohen Vitamin B1 Gehalt zudem enthalten sie Vitamin A und C, Kalium, Kalzium, Phosphor, Natrium, und Eisen
Aussehen:
Die Zucchini gibt es in grün oder gelb, in länglicher und kugeliger Form
Wie schmeckt sie besonders gut?
Als Suppe, im Kuchen, als Auflauf oder gefüllte Zucchini

Erntezeit

Manche Kürbisarten können bereits im Sommer, noch vor ihrer eigentlichen Reife, geerntet werden und werden dementsprechend „Sommerkürbisse“. Dadurch ist die Schale noch weich genug, um sie problemlos mitzuessen. Der bekannteste Vertreter ist wohl die Zucchini.

Die charakteristischen Speisekürbisse wie der Muskatkürbis zählen zu den „Winterkürbissen“, die im Herbst reif werden.

TIPP

Der Kürbis ist bereit zur Ernte, wenn er beim Klopfen hohl klingt. Außerdem sollte der Stiel hart, trocken und verholzt sein. Der Stiel sollte am Kürbis belassen werden, damit keine Schaderreger eindringen und die Frucht möglichst lange haltbar bleibt.

Das kleine Kürbis 1×1

Damit ihr möglichst lange etwas vom herbstlichen Geschmack der Kürbisse habt, verrate ich euch nun ein paar praktische Tipps zur richtigen Verarbeitung und Lagerung.

Die Sache mit der Schale

Grundsätzlich ist die Schale der meisten Kürbisse essbar. Allerdings ist sie in der Regel sehr hart und braucht lange, bis sie weichgekocht ist. Anders ist es beim Hokkaido: Die Schale der aus Japan stammenden Sorte lässt sich problemlos verarbeiten und essen.

Da steckt Power drin

Kürbisse sind reich an Mineralstoffen wie Kalium oder Eisen. Wie die orange Farbe des Fruchtfleisches verrät, enthalten Kürbisse viel Beta-Carotin, das vom Körper in Vitamin A umgewandelt wird. In den Kernen steckt besonders viel Magnesium.

Hauptsache heil

Wenn ihr Kürbisse lagern wollt, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass sie keine Druckstellen oder Kratzer aufweisen. Nur unversehrte Kürbisse bleiben mehrere Monate lang haltbar.

Der Kürbis mag’s luftig

Damit Kürbisse lange haltbar bleiben, müssen sie an einem trockenen, kühlen Ort gelagert werden. Am besten gebt ihr eure Kürbisse in ein Netz und hängt sie auf. So verhindert ihr, dass sie Druckstellen bekommen und zu faulen beginnen.

Ab ins Tiefkühlfach

Kürbisse bleiben auch im Tiefkühlfach gut haltbar. Dazu einfach den Kürbis schälen (alle außer Hokkaido), die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Wenn ihr die Würfel vor dem Einfrieren schockfrostet, verhindert ihr, dass sie im Gefrierbeutel aneinanderkleben.